Wer hätte das gedacht: Ohne Trainingslager, dauernd mieses Wetter und fast nichts in den Beinen und trotzdem stand ich am Start des ersten SIC in Zug! 5′ vor dem online-Anmeldeschluss am Freitag nach der Konsultation eines spezial Wetterberichtes und eines kurzen Tests bei Gerzensee wagte ich diesen Schritt und siehe da, Petrus muss wirklich ein Inliner sein! Aber das weiss der geneigte Leser auch.
Beim wunderschönem Wetter besammelten wir uns letzten Samstag um 1600 Uhr bei der Ara Uetendorf. Es stand das Finale der diesjährigen SIC Serie bevor.
Der Weg führte uns nach Biel. Ich konnte diese Saison nicht aktiv mitwirken, wollte mir das Rennen dennoch mit meiner Familie nicht entgehen lassen.
Samstag neunter August Sandra und ich fahren gemeinsam zum Ara Uetendorf, dort haben wir mit den anderen Thunliners für die gemeinsame Fahrt nach Biel abgemacht. Als wir kamen, standen Polä mit Vreni und Chräbu, sowie die ganze Familie Wölfli schon dort. Es fehlte nur noch Chrigu. Nach kurzem Telefon sprachen wir uns ab, dass er direkt durch fährt.
Biel ist definitiv nicht mein “Pflaser”, es ist nicht das erste Mal, dass ich dort meine Leistung nicht abrufen kann. Dieses Jahr war es aber zum Teil selbstverschuldet, habe ich doch nach dem EM Frust und dem harten Zürcher Derby noch eine Mega Grundlagenwoche mit S2-Hintergedanken folgen lassen, was dann eindeutig zu Lasten des SIC Biel ging! Manchmal vergesse ich, eingebettet in ein Team junger Gipfelstürmer, dass ich eben ein paar Jahrringe mehr auf dem Buckel habe!
Es fing diesmal schon erfreulich an. Am Freitag Abend. Urs M. rief mich an und schilderte die Fahrsituation. Wir einigten uns, dass ich mit dem Zug nach Einsiedeln fahre. Er bemühte sich aber dann weiter, schrieb ein SMS und fragte darin, ob jemand mich mitnehmen könnte. Vielen Dank Urs, das stellte mich auf!
Für aui die graue Müsli wo z’fule si, emou es Brichtli z’schribe vomene Renne!!
Mi cha nämlech o eis schribe, we me wie ig nid dert gsi isch!!
Auso das isch e so gsi:
Am Fritig bin ig no uf Chise go der letschti Schliff hole u dert hets Unheil a gfange:A jedem Egge hei si ghöiet u bi jedem Schnuf bi mine Sprints hets mi me afo chutzele ir Nase u bisse i de Ouge, bis i zäme packt ha u wieder hei gange bi. U was hani unger mim Hus müesse gseh: Si höie!!
Nach einer langen Pause im Swiss-Inline-Cup fuhren wir am Samstag wieder einmal an ein SIC-Rennen. Nicht wie üblich als Team gemeinsam, alle suchten sich ihren Weg separat. Ich fuhr mi dem Zug zu Sandra, damit wir anschliessend nur ein Auto für den Heimweg hatten.
Ja ich habe bewusst geschrieben, suchten den Weg. Jedenfalls ich „wusste“ ja wo Weinfelden ist! Aber man kann es auch über den Umweg der falschen Autobahn, Richtung St.Gallen anfahren! Wir zwei sind jedenfalls auch angekommen. In Weinfelden angekommen, kam uns schon Polä entgegen, es stellte sich heraus, dass er in Thun den gleichen Zug bestieg und wir uns nicht sahen…!
Sorry Deutschland, das A, das mich in Weinfelden ins Gras riss, stammt aus A und aus D!
In Zürich war der Rasputin glücklicherweise nicht am Start, so dass ich mich voll auf das Rennen konzentrieren konnte, denn da ging es ab wie Sau, nach jeder Kurve und jeder Tramschiene musste ich in den ersten beiden Runden mit letztem Einsatz und Zähne zeigend die in der langen Schlange entstandenen Löcher stopfen, immer einen Tick hinter Urs, der mir diesmal einen ganz starken Eindruck machte.
Was bringt sechs Thunliners dazu, bei brennender Hitze mitten in der Sommerferienzeit auf ruppigen Strassen ihre Runden zu laufen und dabei ihre Leistungsgrenzen auszureizen? Jeder/jede hatte seine eigenen Beweggründe. Dani will seine gut laufende Saison weiterführen und Yvonne möchte nicht ein weiteres Rennen verpassen, nachdem Einsiedeln beruflichen Verpflichtungen zum Opfer gefallen war. Dafür war es für sie nicht einfach, die Ferien und den Termin des 3. Augustes zu koordinieren, so dass zwischen Ankunft zu Hause nach Mitternacht und Wechseln der Kugellager bis zum Klingeln des Weckers nur noch wenige Stunden Schlaf lagen. Während Dani gut vorbereitet all seine Kräfte ins Rennen schickte, wusste Yvonne, dass sie sich bei dieser Hitze und der schlechten Vorbereitungen bescheiden muss. Da die Kategorie Fitness schon um 11 Uhr startete und die Kategorie der Weltklasse erst um 15 Uhr, widmeten wir den ganzen Tag dem spannenden Treiben rund ums Bellevue. Yvonne lief unspektakulär und plangemäss mit Kraftreserven ins Ziel, erreichte den 3. Rang in der Kategorie F 50, allerdings mit einem etwas gar grossen Rückstand auf die Konkurrenz.
