Etwas verwöhnt durch meine erfolgreiche Wintersaison bei den Swiss Loppet Rennen setzte ich Mitte März meine Ziele für den Sommer 2011 fest, wohlwissend, dass die Zeit sehr knapp werden würde: EM in Damp Mitte Mai (die Daten für die WM waren noch nicht bekannt).
Nach einer (zu) kurzen aktiven Erholungs- und Regenerationsphase startete ich meine erste Etappe am 1. April mit einem Ruhetag (kein Scherz!). Es folgten Berg-und Talläufe, Inline- und Biketouren sowie Kraftausdauereinheiten, alles im tiefen Bereich.
Für die Einläutung der zweiten Etappe „missbrauchte“ ich einige Thunliners für ein internes Rennen auf der Pz Piste am 23.04., in der Absicht durch diverse Angriffe und Ausbruchsversuche eine effektive Rennsimulation zu erzeugen. Dies gelang aber nur halbwegs, da offenbar meine flotten Teamkameraden sich vorgängig abgesprochen hatten, mich allein im Wind hängen zu lassen….!
Es folgten Fahrtspiele solo und mit dem Team, Schnellkrafttrainings mit meinen berühmten Hoch-/Tief Sprüngen sowie ein scharfes Pace Maker Training mit Chlöisu, das ich einem Einsatz an der Mittelland Rollerserie vorgezogen habe. Dazu kamen Sport-Massagen bei Ueli Gerber, die mir jeweils meine harten und malträtierten Muskeln wieder geschmeidig machten.
Dritte Etappe: Masters EM in Damp an der Ostsee, 15.05.2011
Nachdem Urs bereits alles Wesentliche in seinem Bericht veröffentlicht hat, beschränke ich mich auf allgemeine Erinnerungen.
Es ist interessant, dass man trotz grosser Erfahrung und fortgeschrittenem Alter immer wieder mit neuen Erkenntnissen von solchen Events nach Hause kommt:
- Nach einem leichten „Hänger“ im letzten Jahr bin ich heuer in der Lage, bei den M60 trotz den „neuen Jungen“ jedes Tempo mitzugehen (ausser wenn Presti am Start ist).
- Anderseits sind in dieser Kat. 8 – 10 Skater dabei, die ebenfalls jedes Tempo mitgehen können.
- Seit Pavullo kann ich auch bei Regen schnell laufen!
- Die Zielgerade respektive den Zieleinlauf immer nach festen und nicht nach mobilen Merkpunkten rekognoszieren…!
- Bei Angriffen ruhig Blut bewahren und auch mal die Gegner nachführen lassen, schonen für den Endkampf!
- Ich staune immer wieder, wie die Holländer zusammenspannen können, Einer für Alle und Alle für Einen! Man stelle sich diese Taktik bei den Schweizern vor….!
- Die Masters sind Meisterschaften, die fast immer im Sprint entschieden werden, also im Training den Sprint und Schnelligkeit forcieren! Ausdauer habe ich genügend!
Wie oben angetönt, habe ich den Sprint zur Medaille wegen einer Lapalie vergeigt! In bester Position 500m vor dem Ziel habe ich verzweifelt den Zielbogen gesucht. Dieser war während dem Rennen dem Wind zum Opfer gefallen und musste weggeräumt werden! So leicht kann man aus dem Konzept geraten! Immerhin konnte ich mir noch die „Lederne“ umhängen.
Dank dem Entscheid, mit dem Flieger und Mietwagen anzureisen, waren wir dieses Jahr nicht an das öde Reha-, Gesundheits- und Ferienresort gebunden und konnten die durchaus interessante Umgebung erkunden, wie etwa das verschlafene Hafenstädtchen Eckenförde, die riesigen, gelbleuchtenden Rapsfelder bewundern oder in einem grossen, alten und zu einem gemütlichen Restaurant umgebauten Gut mit Pferdestallungen das Nachtessen geniessen.
Vierte Etappe: Mittelrhein-Marathon in Koblenz, 28.05.2011
Motto: Auf dem Weg nach Dijon…!
Nach dem Dämpfer in Damp brauchte ich eine ganze Woche, um die Skates wieder anzuschnallen, mentales Training war gefragt!
Dank Chlöisu und seinem Pace Maker Training am Morgen des 22.05. fand ich den Tritt (allerdings mit etwas schweren Beinen) und die Motivation wieder, um das nächste Ziel mit der WM in Dijon anzugehen.
Der Mittelrhein-Marathon war für die Wiederherstellung meiner Moral gerade richtig!
Schöne und schnelle Strecke dem Rhein entlang, guter Asphalt (ausser dem Pflastersteinabschnitt), zudem konnte ich als einziger M60er mit der Spitze und meinen Teamkollegen mithalten und mit 5 Minuten Vorsprung zum 4.Mal in Folge meine AK gewinnen.
Leider gelang es uns nicht, wie in früheren Jahren das Rennen zu gestalten. Ich habe den Eindruck, dass sich wohl auch in Deutschen Landen immer mehr Skater aus dem Speed-Bereich abmelden und bei den Fitnesslern abtauchen um dort an der Spitze mitzumischen.
In der Endphase des Rennens wollte und konnte ich beim Sprint nicht mehr mitmachen, zu oft hat es in meiner Nähe „gräblet“! Bloss keine Bauchlandung riskieren!
Ich stelle fest, dass wir Thunliners dank dem Mittwoch-Techniktraining mit Urs technisch vielen Deutschen Inlinern überlegen sind, jedenfalls in den Fitnesskategorien.
Ich danke Urs M. für die ganze Organisation und die steten Bemühungen, den „Hühnerhaufen“ zusammenzuhalten und Urs L. für die flotte Fahrt!
Fortsetzung folgt mit der fünften Etappe in Dijon.
Paul G. aus G