Es riecht nach Asphalt und surrenden Rädern, die Amseln singen auf unseren Dächern Liebeslieder….höchste Zeit also für meinen Saisonrückblick. (Die Detail-Analysen behalte ich für mich!)
Trotz dem recht schneearmen Winter hatten wir in der Umgebung von Thun erstaunlich gute Loipen zur Verfügung. In Kandersteg und im Eriz dank dem grossen Einsatz der Verantwortlichen durchgehend, im Gurnigel und in Heimenschwand leider nur zeitweise und während den zahlreichen Wärmeeinbrüchen bei uns bot sich ja noch die neue, schnelle Verbindung Richtung Brig ins Goms an.
Der Start in die Wettkampfsaison Anfangs Januar verlief wegen einer Verletzung in meinem Problemwädli etwas harzig, die guten Resultate im Klubrennen, beim ersten CCE und in Campra waren aber für meine Psyche das reinste Doping!
Mein Saisonziel, bei sämtlichen Swiss Loppet Rennen in meiner Kategorie auf dem obersten Treppchen zu landen habe ich erreicht, teilweise recht locker, drei mal jedoch hart erkämpft.
Allerdings stufe ich den sportlichen Wert des Ranges in diesen Alterskategorien doch eher als gering ein, bleiben doch die alternden Cracks mit Ausnahme des Gommers und des Engadiners lieber im Bett oder weiss ich wo. Für mich zählt deshalb wieder vermehrt das overall Ranking, ohne dabei speziell auf die Jahrgänge zu achten…! Da gibt es jede Menge Anhaltspunkte mit den diversen Uelis, mit Hausi, Patrick, Pesche, Michu, Dänu etc. und neuerdings auch Stephan….
Das beste Rennen im Swiss Loppet gelang mir eindeutig im Goms, wo Geist, Körper und Material im Einklang waren, gefolgt von Campra, Einsiedeln und Mara.
Etwas härter kämpfen musste ich in Kandersteg, am Surselva Marathon und auf der Lenzerheide, wo das Material mit Kopf und Körper nicht ganz mithalten konnte…!
Dazwischen war ja noch das Highlight mit den Thunliners am Nordic Day! Ich habe immer noch ein Fünkchen Hoffnung, dass beim Einen oder Anderen der Virus LL landet…!
Zum Thema Engadiner nur so viel: M.E. ist das der doofste Geradeauslauf den ich kenne. Trotzdem gehe ich jedes Jahr wieder hin und mit mir weitere 12’000…!
Die Ränge bei den Kontrollpunkten (Superleistung von Datasport!!) sagen eigentlich alles:
Silvaplana: 787. / Pontresina: 673. / La Punt: 585. / Ziel S-chanf: 561.
Es ist jedes Jahr dasselbe Prozedere: Auf dem Silser- und Silvaplanersee nume stosse u seckle und wenn es technisch etwas anspruchsvoller wird chasch nume hingernoche träppele, wiu die Chraftmöcke nümme chöi u möge u de aues blockiere!
Kurz zusammengefasst: Bis St.Moritz musste ich leiden, dann lief mein Motor wie beim XC 60, auf dem Flugplatz Samedan solo zahlreiche Ueberholmanöver im stumpfen Schnee an diversen Gruppen vorbei und über die Golanhöhen hatte ich noch Reserven, um die Elite A Quali für 2012 zu schaffen: Bis Rang 567 hats gereicht…uff!
Mein Aufwand für Training und Rennen während der Wettkampfsaison von Januar bis Mitte März umfasst 5 Trainingseinheiten pro Woche (Für all jene, die es interessiert und für jene, die „nie Zeit zum trainieren“ haben und gleichwohl super schnell sind (!): 1x Allg. Kraftausdauer in einem Fitnessstudio, 1x LL- spez. Kraft- u. Schnellkrafttraining zu Hause, 1x Schneetraining, langsame Ausdauer und Technik, 1x Schneetraining, Fahrtspiele oder Tempoläufe mit anschliessender Massage im GTS (Ueli Gerbers Fitnessstudio), plus Rennen am Wochenende.
Ruhetage sind meistens für Montag vorgesehen (i bi immer no am bügle!) und am Tag vor wichtigen Rennen. Wenn während der Woche oder am Samstag noch kleinere Events stattfinden, gibt’s halt ein schnelles Training mehr! Vo nüt chunnt nüt!!
Nun ist Schluss, 2-3x lockeres Auslaufen im Goms, Skis schleifen und sorgfältig einbalsamieren, meine Analysen festhalten, relaxen, neue Ziele für den Sommer planen und die Absichten für den nächsten Winter in den Hinterkopf beamen: Masters WM in Oberwiesenthal, 1. – 9.03.2012!! (I ha gäng no ke Winter-WM-Plämpu…!!)
Paul G. aus G

Sälü Paul
Danke für Deine interessanten Informationen, Gedanken, Aufmunterungen und Anregungen. Ich gratuliere Dir von Herzen zu deinen tollen Resultaten. Ich bin schwer beeindruckt. Du bist ein Vorbild für mich.
Ich würde gerne mehr Zeit und Energie haben für sportliche Aktivitäten, aber Wünsche haben ist ja auch schön. Jedenfalls freue ich mich auf die kommende Outdoor-Saison und die paar Rennen, die es heuer geben wird. Ich freue mich aber auch auf die gemeinsamen Erlebnisse mit Dir und die anderen männlichen und weiblichen Thunliners. Wir sind eine tolle Gruppe! LG Chräbu
Hallo Polä
Ich gratuliere Dir auch zu deinen guten Leistungen.Dem immer währenden Feuer entfachen für neue Ziele. Ich muss sagen ich war diesen Winter recht faul. Leider habe ich nicht den Ehrgeiz wie Du und den nötigen Elan um immer wieder Trainings zu machen.
Danke für deinen schönen Bericht.
Gruss Urs