Bewusst verzichte ich auf einen Erlebnisbericht, weil nicht im allgemeinen Interesse!
Vielmehr möchte ich die wichtigsten Erkenntnisse aus meiner Analyse herauspicken, falls irgendwann irgendjemand einen Multisportevent allein durchziehen will:
(Nachstehendes gilt nur für wirkliche Hobbysportler!)
1. Einleitung
Die Vorbereitung auf mehrstündige Ausdauerevents sollte allermindestens 6 Monate im voraus geplant werden. Zwischenziele in dieser Phase sind ok, solange sie dem Hauptziel dienen.
Sobald ein Zwischenziel die gleiche oder sogar eine höhere Bedeutung erlangt als das angestrebte Hauptziel und damit das Vorbereitungsprogramm durcheinander bringt, wird sich das negativ auswirken! ( z.B. 2 Monate vor dem Event auf eine Inline EM hinarbeiten, birgt Risiken! Siehe Rad!)
2. Disziplinen
Schwimmen:
Für das Endresultat unbedeutend, falls man ohne grossen Aufwand einen Km unter 20 Minuten schwimmen kann. Trotzdem nicht nur im 25m Becken trainieren!
Vorbereitung mindestens ca. 40km inkl. Intervalle, mein Aufwand ca. 12km.
Trotz der kurzen Distanz mit Neopren schwimmen (Neben besserer Wasserlage Warmhaltung des Körpers)
Inline:
Ebenfalls nicht entscheidend für eine gute Schlusszeit, immerhin sollte die Grundtechnik sitzen um Kraft zu sparen.
Vorbereitung ca. 1000km inkl. ab und zu Tempoläufe, mein Aufwand ca. 2000km, weil ich im Sommer hauptsächlich Inlinerennen bestreite.
Frühmorgens mit Armlingen und ev. noch mit leichter Beinbekleidung, die dann rasch „abgeworfen“ werden können.
Rad:
Hat für das Endresultat grossen Anteil! Neben dem „km fressen“ auch Intervalle in der Ebene und am Berg einbauen.
Vorbereitung mindestens eine Ausfahrt pro Woche, total ca. 2000km, mein Aufwand ca. 500km (!), d.h., es ist absolut ungenügend in der Vorbereitung 4x über den Belpberg zu fahren und einmal die S2 Strecke zu rekognoszieren! Resultat: Sehr gute Fahrt bis Wattenwil, dann „Flasche leer“! Müsste auch endlich an meinem Triathlonvelo grössere Ritzel montieren, mit einem 10-fach Paket!
Bekleidung locker, ev. mit Armlingen wenns noch frisch ist.
Lauf:
Hat ebenfalls entscheidenden Einfluss auf das Endresultat!
Wichtig beim Laufen ist die Lockerheit, die man sich nur durch ein vielseitiges Lauftraining aneignen kann, ob es flach, rauf oder runter geht, mit der entsprechenden Kräftigungsgymnastik vor und nach dem Training oder zwischendurch. Fahrtspiele sind sehr effizient. Ein paar zusätzliche Lauftrainings im Anschluss an Radeinheiten ist Pflicht!
Bekleidung sehr locker! (War mit dem Bikeleibchen und den langen Tihgts viel zu warm angezogen, musste unterwegs einen zeitraubenden „Tenue-fez“ einschalten!). Am Schluss Probleme wegen unterkühlten Quadrizeps vom Wind, wäre mit ¾ Tights nicht passiert!
Vorbereitung: Mind. 1x pro Woche 12-20km, total ca. 500km, mein Aufwand ca. 250km (!)
Irgendwo schlummert bei mir als ehemaliger Leichathlet ein Lauf-Gen, um das zu wecken bräuchte es aber etwas mehr Aufwand….!
Bike:
Endphase, birgt noch Aufholpotential, falls man auf dem Rad und beim Laufen das Pulver nicht bereits verschossen hat! Durchhaltewillen und psychische Robustheit sind gefragt!
Vorbereitung: Mind. 1x pro Woche 50-90km coupiert, auch mal im Schlamm und Stoss- resp. Tragpartien einbauen, total ca 1500km, mein Aufwand ca. 1200km.
Wichtig zu wissen: Biken kann das Velotraining nicht ersetzen, das sind grundsätzlich zwei Paar Schuhe!
3. Abschliessende Bemerkungen
Falls es ein nächstes Mal geben sollte, würde ich
- Die Vorbereitung ab April allen anderen Aktivitäten voranstellen
- Frühzeitig (im Mai) definitiv über die Teilnahme entscheiden
- Beim Velo 1000km und beim Laufen 150km draufpacken
- Die Uebersetzungen am Velo überdenken
- Der Bekleidung je nach Witterung grössere Beachtung schenken
Alles Andere ist Zugabe……!
Paul G. aus G
Danke Polä super Anleitung und Gedanken.
Gruss Urs