Gigathlon Rennbericht

Wie’s mir ergangen ist – eine kleine Rückblende.

Samstag
Zu Beginn viele Aufsteller. Ich traf etliche SkaterkollegInnen von heute und auch früheren Zeiten. Da gab’s viele Hallo’s und teilweise Schwelgen in der Vergangenheit. Aber viel Zeit blieb nicht, der Start war bald und es galt vorne einstehen zu gehen. Dort angekommen, fotografierte ein Fotograf immer wieder meinen Dress. Er sagte, dass er das Logo mega cool fände. Das finden wir doch auch!?
Pünklich um 6 erfolgte der Startschuss. Das Rennen vorerst neutralisiert und dennoch, gleich nach dem Start bereits ein ziemliches Gerangel – für eher ungeübte SkaterInnen muss dies sehr unangenehm gewesen sein. Es gab denn auch die ersten Stürze. Mich beschäftigte aber vielmehr die zunehmende Trockenheit in meinem Mund. Und bald ging’s ja erst los mit dem Rennen und erst noch mit den ersten Steigungen. Genau in diesem Moment machte ich den ersten taktischen Fehler. Ich hielt mich ein wenig zurück. Natürlich verlor ich so die Spitze des Feldes. Das war schade, denn ich merkte schon bald in der Steigung, dass es geht. Also zog ich etwas an. Der Mut fehlte aber dennoch, anzugreifen, um wieder zur Spitze aufzuschliessen. Der erste Peak war erreicht und es folgte die Abfahrt nach Brenzikofen auf dem neuen Belag. Um diese richtig geniessen zu können, gab ich oben noch mal Vollgas bevor ich in die Hocke ging. Das ist Skaten @ it‘s best! Wir waren von hier an zu dritt in der Gruppe, einer davon Danü von den Emmenskaters (ein alter Bekannter). Mit viel Zug führte ich die Gruppe zur nächsten Steigung, eine bissige Rampe. Aber auch diese war kein Problem. Das Uphill-Training zeigte Wirkung. Und so freute ich mich auf die zweite Abfahrt. Leider war der Dritte im Bunde ein etwas milde ausgedrückt eigenwilliger Fahrer mit einer eigenen Downhilltechnik. Und dazu noch motzen… Also begab ich mich wieder an die Spitze. Das war nicht nur vernünftiger und sicherer, sondern auch genussvoller. Unten entschuldigte er sich und sagte, ich soll’s nicht persönlich nehmen. Sachen gibt’s! Wenn’s dann wenigsten nicht nur gefährlich werden kann… So oder so… kurz vor Oberdiessbach konnten wir zur nächsten Gruppe aufschliessen. Jetzt noch durch’s Dorf und bereits erreichten wir die happige Steigung Richtung Freimettigen. Vor dieser hatte ich Angst – sie ist wirklich happig und kann einem fertig machen. Aber auch hier ging’s erstaunlich locker den Berg hinauf. Die Gruppe teilte sich allerdings in Einzelteile auf. Wir waren vorne und zogen wieder an. Jetzt folgte die Abfahrt mit der etwas heiklen Linkskurve hinunter nach Stalden. Eine kleine Ausschau nach unsicheren Skatern und weil niemand gesehen, tiefe Position, Gring achi und volles Rohr ins Loch. Kein Problem. Was ich aber beim Schloss Hünigen produzierte, war schlicht biräweich. So peinlich, ich darf’s nicht sagen!!! Natürlich zogen einige Skater vorbei, aber ich konnte wieder anschliessen. Vorfall vergessen, Blick nach vorne, es folgte schliesslich die längergezogene Steigung nach Niederhünigen, vor der ich auch einigen Respekt hatte. Damit ich meinen Rhythmus fahren konnte, begab ich mich wiederum an die Spitze der Gruppe und zog ein wenig an. Oben angekommen schaute ich nach hinten, um zu schauen, ob sich die Gruppe wieder ein wenig verkleinert hat und wer noch dabei war. Aber hoppla, von der Gruppe war weit und breit nichts zu sehen. Schade, dass hier niemand mitgekommen ist, das hätte für den weiteren Rennverlauf Vorteile gebracht. Weil’s aber keinen Sinn gemacht hätte, alleine weiterzufahren, wartete ich auf die Gruppe. Und diese hatte in der Zwischenzeit Zuwachs durch Spitzenskaterinnen bekommen. Auch nicht schlecht. So ging’s wenigsten wieder ein wenig zügiger voran. Weil ich jetzt immer noch ziemlich fit war, führte ich die Gruppe immer wieder an und half mit das Tempo zu halten oder sogar noch zu erhöhen. Vieles klappte und die Strecke war schön. Kurz nach Zäziwil dann eine schöne Überraschung. Es rauschte plötzlich unser Dänu von den Thunliners an mir vorbei – und in seinem Schlepptau Urs – genial, super! Das gab mir Mumm und ich überlegte mir Angriffsmöglichkeiten. Aber Urs winkte ab, ihre Aufholjagt zollte ihren Tribut. Jäh nu, das Tempo war ja eigentlich weiterhin nicht schlecht. So empfand ich die Schlussphase ein wenig SIC-mässig (Swiss Inline Cup), was mir natürlich gefiel. Einen letzten taktischen Fehler machte ich aber Eingangs Langnau – hier hätte ich angreifen sollen, um so das Ziel von der Gruppenspitze aus zu erreichen. Zeitmässig war’s egal, aber egomässig reut mich die vergebene Etappenrangierung halt schon ein wenig. Wichtig für unser Team war jetzt aber, dass ich so bald wie möglich den Chip an Karin übergeben konnte. Viel Erfolg und Spass Karin!

Sonntag
Wiederum fuhr ich mit den Skates von zuhause aus an den Start. Zweckdienlich einfahren. Hoffentlich stimmte der Zeitplan und Iris musste tatsächlich erst um 7 ins Wasser! Und huch, über dem Gurnigel zogen dunkle Wolken auf. Au Backe. Hoffentlich hält somit auch das Wetter, für mich und aber dann auch für Stefan, Karin und Frank!
Am Start alles bestens, fast alle Thunliners versammelt. Die Chipübergabe klappte und ab ging’s auf die Strecke. Auch für mich keine problemlose Fahrt durch die Unterführung, aber es ging. Bald schon habe ich die kurz vor mir gestarteten Kolleginnen Lea und Sabine eingeholt, musste sie aber stehen lassen – sorry ihr beiden, aber es war drum ein Rennen… ;-) . So oder so… wieder einmal zündete der Funken und gab Schubi (eigentlich entgegen aller Vernunft). Aber manchmal tut’s einfach. Richtig etwas dagegen hatte ich aber nicht, es machte ja Spass, die Körperposition richtig, die Fahrtechnik wie gelernt, viel Zug und der Wille zu kämpfen da. Es ging nach Allmendingen, zurück Richtung Stadt, überall zuvor gestartete Skater und alle viel langsamer als ich. Überholen kann Spass machen. Schon fast auf der Burgerstrasse entdeckte ich endlich einen Skater, der ohne fliegenden Füsse unterwegs war. Also dem hinterher, vielleicht ergibt sich da eine gute Konstellation. Ich erreichte ihn Eingangs Panzerpiste und auf dem Infield, beim Kommandohäuschen hängte sich ein weiterer Skaten an. Jetzt hielt ich mich bewusst zurück, um noch ein wenig Kräfte für die Aufstiege zu sparen. Aber da wurde zu viel gespart und als ich den vordersten Skater aufforderte zu rotieren, gab dieser auf und liess sich zurückfallen. Als ich wieder die Spitze übernahm, wurde dies dem anderen Skater auch zu viel und so war ich kurz vor dem Anstieg nach Tierachern Egg wieder alleine. OK. Jetzt aber den Wechsel in aufrechte Körperposition und Umstellung auf kleine Schritte. Ich glaube, in der ersten Kurve wollte noch einer mitkommen. Auf der ganzen Aufstiegsstrecke befanden sich SkaterInnen, alleine oder in Gruppen. Ich hielt mich linkerhand und konnte so locker an ihnen vorbeifahren. Es ging wirklich locker und so konnte ich das Tempo immer wieder noch mehr anziehen und in flachen Stücken Vollgas geben. Bei der Kreuzung im Gibliz erblickte ich meine Frau und unseren Hund. Natürlich gab das zusätzlichen Schub. Also noch einmal anziehen und Tempo forcieren. Ich kannte jetzt die Strecke und das Gelände bestens. Hier oben gehe ich im Winter immer Joggen. Nach dem Gehörlosenheim drosselte ich dennoch mal das Tempo, trank ein wenig Wasser, aber es packte mich gleich wieder. Vielleicht die Vorfreude auf die Abfahrt nach Gurzelen mit der coolen Linkskurve?! Kurz vor dieser erblickte ich unsere Nachbarn, die mich super anfeuerten. Die Kurve gelang und wurde so zu einem doppelten Vergnügen. Jetzt wartete noch eine letzte happigere Steigung, die mir bei der Trainingsfahrt einige Mühe bereitete. Aber auch diese stellte jetzt kaum ein Problem dar und ich fragte mich, wann kommt denn da der Einbruch?. Aber überlegen war jetzt nicht angesagt, lieber weiter und weiter! Vorbei am Grizzlybär und da war noch eine Steigung. Auch hier überholte ich eine Gruppe und liess sie stehen. Auf der nachfolgenden kurzen Abfahrt rauschte diese aber an mir wieder vorbei. Unglaublich, bei einer Abfahrt hat man gegen eine Gruppe keine Chance! Unten holte ich sie aber bald wieder ein und hängte mich an. Fand ich auch sinnvoll, weil die Gruppe aus besseren Skatern bestand. Aber auch diese war mir zu langsam und so startete ich Richtung Kärselen hinauf einen Angriff und zog davon. Jetzt war das Rennen gelaufen. Es folgte keine Steigung mehr und deshalb galt es einfach nur noch Tempomachen und heil ins Ziel kommen. Aber ach ja, da war ja noch dieser Abstieg zu Fuss. Eigentlich kein Problem, ich hatte diesen auch trainiert. Trotzdem noch einmal ein kleiner Schwank (auch peinlich, aber diesen erzähle ich jetzt trotzdem). Das Elastik an meinen Kevlarhosen isch düre und deshalb rutschten sie mir herunter. Also musste ich unten nicht nur wieder die Skates anziehen. Jetzt aber Vollgas ins Ziel. Der kurz vor mir auch wieder los gestartete Skater trug einen Rollerbladedress, seine Fahrtechnik sah gut aus und sein Tempo war schnell. Also unbedingt an ihn ran. Als er mich bemerkte, fragte er mich, ob wir noch gemeinsam Richtung Ziel fahren wollen. Ich wollte, denn es ging flott voran. Er rotierte und ich nahm den langen Abdruck raus und erhöhte so das Tempo. Als ich rotieren wollte, meinte er, dass er nicht nachkomme und so blieb ich vorne und gab noch einmal Gas. Nach dem Ziel sah ich Stefan sofort und konnte ihm den Chip übergeben. Viel Erfolg und Spass Stefan!

Der letzte Renneinsatz
Der gemeinsame Zieleinlauf. Für uns die Kür (sorry Frank). Ein geniales Erlebnis! Wir haben den Gigathlon geschafft! Wir waren aber auch gut! Schlussrang 172! Stefan hat uns professionell gemanagt, die Stimmung war genial und wir waren so ein Superteam. Das hat Spass gemacht und es würde mich freuen, wenn’s zu einer Wiederholung käme! Danke Stefan, Iris, Karin und Frank!!!

1 Kommentar zu „Gigathlon Rennbericht“

  • Dala:

    Hei Chrabu

    Du bisch eifach zschnäu gsi am Sunntig… Gratulierä für dä super Rang.

    Zitat “auf der Burgerstrasse entdeckte ich endlich einen Skater, der ohne fliegenden Füsse unterwegs war ” (merci für ds Komplimänt). I ha gnau gwüsst dass ig ir Stigig nach Tierachern kei Brot ha. So hani mi de la zrügg faue u di ganzi Gschicht ä chli gmüetlicher la vorbi ga (kein Bärgträning gmacht das Jahr … das isch schlächt).
    Mi einzig Trost is zmingscht gsi dass du bis zur Panzerpiste hesch brucht für die 30 Sekunde aufzholä.

    Am Samschtig bisch ja ou scho (zämä mit em Althus Dani) im Astiig nach Freimettigen scho a mir vorbii gruschet.

    Sportlichä Gruäss Daniel (insel 261)

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