Mein erster Gigathlon…mein Ziel fürs Jahr 2010…nach meinen 3 Monaten Ferien in Brasilien, in denen ich 80% der Zeit wortwörtlich auf der Sitzmuskulatur verbracht hatte, hätte ich niemals gedacht (und so einige vom Team auch nicht!!), dass ich es tatsächlich noch schaffe, innerhalb von weiteren 3 Monaten wieder fit zu werden!!! Mein Wille war gross, mein Einsatz auch! Ich verbrachte fast jeden Mittag im Fitnesstudio, besuchte jedes Inlinetraining und ergänzte den Rest der Woche mit Ego-Bergtrainings in Frutigen…
Nein, meine Grundkondition konnte ich in dieser kurzen Zeit nicht wieder zurückgewinnen, aber ich brachte meine Kondition wenigstens auf ein Niveau, dass sich zeigen lassen kann!
Rising Saturday:
Ich fand mich ziemlich früh im Startgelände ein, um ja nicht Yvonne und Sabine zu verpassen, wir wollten ja alle zusammen nach Langnau aufbrechen. Sehr gefreut hat mich auch, dass ich dann noch Franziska begegnet bin…nach einem letzten “Angstbisi” fiel mir dann auch mein grosser Stein vom Herzen, als ich Yvonne entdeckte. Nach dem Startlied (am Gigathlon wird ja scheinbar nicht geschossen) machten wir uns mehr oder weniger gemütlich auf den Weg…immer dicht an der Front, um schon möglichst viele Hobbyskater hinter uns zu lassen. Bald kamen wir auch schon zur ersten Steigung…ich meisterte diese noch relativ locker, naja, wir waren ja auch genug oft üben und bei diesem butterweichen Belag…Ich liess Yvonne nicht alleine, ich musste ja auch nur ein paar Sekunden auf sie warten…was ist das schon??? Ich wollte unbedingt mit ihr zusammen fahren, so wusste ich, dass ich auf gutem Weg bin. Auch die folgenden Hänge konnte ich relativ gut hochsteigen…das Training hat sich also gelohnt! Ich merkte schnell, dass Yvonne nach ihrem Krankheitsausfall immer noch nicht ganz fit war, also zog ich nach der Abfahrt in Freimettingen ohne sie weiter. Ich blickte zwar noch zurück…aber da war leider keine Spur von ihr zu sehen. Bald kam auch schon diese Fussmassagestrecke, auf die ich mich gar nicht gefreut hatte! Zum Glück war dieser Belag nur von kurzer Dauer und ich konnte mich wieder etwas entspannen. Ich bildete mit verschiedenen Frauen immer wieder Kleingruppen, konnte mich jedoch nie so richtig für jemanden entscheiden…ich sprang den Rest der Strecke immer etwas hin und her…irgendwann begann mein eh schon geschwollener Knödel an das Gefühl zu verlieren, diese Erscheinung verteilte sich so langsam auf die Hälfte des Fusses. Ein blick auf die Uhr…nach meiner Zeiteinschätzung müsste mein Weg noch 20 Minuten dauern, also drosselte ich etwas die Geschwindigkeit, um meinen Fuss von einer Totaleinschlafung zu bewahren – ein grober Fehler wie ich feststellen musste, denn vor lauter Knöchelsorgen hatte ich gar nicht bemerkt, dass ich mich schon unmittelbar vor dem Ziel befinde! Schade, wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich schon lange noch einen Endspurt hingelegt!!! Ärgerlich!
Shining Sunday:
Ich wachte ohne Hungergefühl auf…eine ungewöhnliche Erscheinung! Ich zwang mich zum Essen, um mein Energiedepot aufzufüllen. Die nächste Stunde verbrachte ich 3x auf der Toilette, die mir “Dünnpfiff” meldete! Na toll! Ich versuchte mit Banane und Schockolade den Schaden zu lindern. Kurz vor dem Start dann noch die letzte Gelegenheit für den letzten Toilettenbesuch…auch nicht besser. Nach erfolgreicher Chipübergabe stürzte ich mich in die Unterführung, wo ich auch schon fast die erste Hobbyskaterin umrammte..Ups!! Voll Power gab ich Gas und war bis zur Panzerpiste nur am Überholen! Komisches Gefühl, aber irgendwie noch Toll!
Weiter gings dann mit einer Gruppe, die nach meinem Geschmack etwas zu viel rotieren wollte…bei der Steigung nach Thierachern haben wir uns dann verloren. Weiter gings dann in einer Kleingruppe, heute wollte ich etwas mehr Gas geben, schliesslich war ich gestern die einzige vom Team, die nicht auf dem Hund war!!
Vor lauter Gas geben habe ich bei einer Abfahrt beinahe die Kurve verpasst…Glück gehabt! Den Teil von Thierachern bis Kärselen kannte ich schon, die habe ich noch diese Woche probegefahren…danach ging es ja sowieso nur noch bergab! Die Laufpassage hätte ich wahrscheinlich auch noch etwas üben sollen, zumindest das schnelle ausziehen und anziehen der Inlineskates…ich hatte da ziemlich Zeit verloren und musste den Verlust eines Schuhbändels annehmen (vor lauter Stress hatte ich zuviel Kraft!). Wie auch immer…ich hatte ein sehr euphorisches Ende…nach der Laufpassage wusste ich wie weit es noch geht und gab nocheinmal Vollgas! Ich war wie am Anfang nur am überholen und konnte noch auf der Zielgeraden in lockerem Schritt eine grosse Gruppe einfach so überholen…das war sowas von Genial!!! Vor lauter Freude knutschte ich bei der Übergabe noch unseren Velofahrer ab!!! hihi
Zieleinlauf:
Leider hatten wir uns etwas in der Zeit vertan…jedenfalls war unser Läufer so schnell, dass es unserer Schwimmerin nicht mehr gereicht hat rechtzeitig mit dem Fahrrad von Spiez bis Thun zu radeln…ich hatte Glück…konnte ihn noch in der Zielgeraden einholen! Wie auch immer…Rang 75!!!!! für unser Team, das ist doch eine Starke Leistung und entschädigt sogar einen verpassten Zieleinlauf!!!