Masters EM Ostseebad Damp (D), 13.06.2010

Das Ostseebad DAMP ist nicht wirklich eine Reise wert, es sei denn, man nehme an einem Inline Rennen teil wie Sandra, Urs und ich, sowie (halbwegs) Gere.                                                                                                                                             Direkt an der Ostsee gelegen ist Damp jedoch keine Ortschaft im eigentlichen Sinne, sondern ein Ferien-, Wellness-, Fitness- und Gesundheitsresort, etwas lieb- und fantasielos aus dem Boden gestampft respektive an den Strand geklotzt, echt deutsch eben! Auch verkehrsmässig ist der Ort nicht sehr gut erschlossen, mussten wir doch von Eckenförde aus die letzten 20 der insgesamt 1000 km langen Reise mit einem Taxi zurücklegen. Immerhin hat es nach Norden und Süden je einen unendlich langen Sandstrand mit einem schönen, absolut verkehrsfreien Strandweg fern jeglichen Motorenlärms.

Das OK für die Durchführung dieser Masters EM war aber total auf der Höhe ihrer Aufgabe und scheute keine Mühe, uns die besten Voraussetzungen für einen fairen und anspruchsvollen Wettkampf zu schaffen. Sogar ein grosses Festzelt eigens für die EM wurde aufgestellt, sozusagen als Wettkampfzentrum mit einem Catering, einer Videowand für die Spiele der Fussball WM, mit DJ und Rangverkündigung, etc., ein idealer Treffpunkt für alle Wettkämpfer und andere Fussballfans.                                                                                                                                                                                                  Am Abend des Deutschland Spieles war das Zelt randvoll und erzitterte während des Spiels mindestens 4 mal….! Leider waren die Anwesenden nicht alle Inliner, das hätte ich dem OK gegönnt!

Die erhoffte Teilnehmerzahl von gegen 1000 wurde nicht ganz erreicht, trotzdem waren in allen Kategorien ansprechende Startfelder zu verzeichnen und die Qualität der Startenden war wohl noch nie so hoch. In meiner Altersgruppe wird es auch zunehmend härter, sind doch 4-5 „Frischlinge“ mit Jahrgang 50 aufgestiegen und die Alten werden auch immer zäher…!                                                                                                                                                                                  Die Strecke mit einer 4x 9.9 km Runde plus einer 1.55 km langen Start- und Zielstrecke durch das Hinterland von Damp war doch eher nur leicht coupiert, dank dem heftigen Wind teilweise aber doch recht anspruchsvoll.                  Das Wetter war gerade wegen des starken Windes sehr wechselhaft und die Frage nach den richtigen Rollen omnipräsent. Ich wählte mit den MPC Storm die pessimistischte aller Varianten und lag damit falsch, es blieb den ganzen Morgen trocken, sogar die Sonne zeigte sich ab und zu! Ob das wohl für den Ausgang des Rennens entscheidend war? Eher nicht, denn gefühlsmässig war ich meistens im vordersten Teil der Spitzengruppe, war aufmerksam, oft an der Führung beteiligt und lancierte in der letzten Runde 2 Angriffe, leider nicht beherzt genug um wegzukommen. An der Schlussphase studiere ich heute noch herum, weil da unerwartet Skater aus vorderen Altersgruppen mitmischten, Löcher aufrissen und sich breit machten. 1 km vor dem Ziel bildete sich plötzlich ein Loch von 4-5 Metern zu den 3 Führenden. Auf der leicht abfallenden Zielgeraden hatte ich nicht mehr die Beine à la Kroatien, um dieses Loch zu stopfen, im Gegenteil, ich verlor dazu noch 2 Plätze!

Erst nach dem lauten Protest der Holländer realisierte ich, dass da wohl die Deutschen absichtlich und mit unfairen Mitteln taktische Manöver anwendeten. Nach unbestätigten Gerüchten sollen Betreuer einzelne Athleten zu diesem Verhalten aufgefordert haben! Was solls, die Ueberlegenheit der beiden Ersten musste ich neidlos anerkennen!Trotzdem oder gerade deswegen drücke ich den Fussballern aus Ghana und Serbien dieDaumen! Die Spanier haben wir ja schon weggetrötet!

Leider ging nicht nur ich leer aus, die ganze Schweizerdelegation blieb ohne Medaille! Auch Urs uns Sandra verloren in ihren starken Gruppen den Kontakt mit der Spitze und mussten sich zum Teil allein ins Ziel kämpfen. Hut ab!

Auf der langen Zugsreise war es dank der guten Stimmung im Thunlinersteam nie langweilig, gab es doch auf der Hin- und Rückreise allerhand zu lesen, zu diskutieren und zu beobachten.

Auf Grund der unsicheren Entwicklung im SIC werde ich nach einer kurzen schöpferischen Pause wie in früheren Zeiten am längsten Tag die Rollskis wieder auspacken und mit dem Anlauf auf den nächsten Winter beginnen, dabei aber das Inlinen nicht ganz aus den Augen verlieren. Im September soll ja scheinbar an der Adria noch eine Masters WM stattfinden, da werden wir wohl nicht fehlen dürfen….!

Paul G. aus G

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