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Mit der Gewissheit, alle aus meiner Erfahrung stammenden Trainingsmethoden für eine erfolgreiche EM Mission umgesetzt zu haben zog ich mit dem immer kleiner werdenden Thunliners-Grüppchen gen Süden. Dank meinem Sportler Volvo (oder dank Sandra) konnte sich auch Urs noch dazu entschliessen, das Löifli resp. Reisli mitzumachen. Hinter Padua respektive Triest nutzten wir die Dienste von 2 Navis, die uns allerdings nicht auf die gleiche Route nach Opatija lotsen wollten. Irgendwie haben wir den Weg durch Slovenien trotzdem gefunden wie auch die Unterkunft unter den unzähligen Hotelkästen und Beizen in Opatija, das im Volksmund als das Monte Carlo des Balkans gilt.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Rekognoszierungen, (Stadt, Shops, Beizen, Läden und Umgebung) sowie der Suche nach Informationen über unseren Wettkampf . Das dauerte leider bis über Mittag hinaus, mit anderen Worten bis es regnete! Wenn’s in Kroatien heisst um 1100 Uhr kommt der OK Chef, dann kann es aber auch 1230 Uhr werden! So kamen wir wohl oder übel in den Genuss eines Trainings im Regen! Das Wettkampfgelände, ein für unsere Meisterschaften speziell gesperrter Flugplatz, lag etwa 15 Km östlich von Rijeka direkt neben einem Motodrom, wo Töfffans mit Getöse und Gestank ihre Runden drehten.

Die Runde auf dem Flugplatz war nicht sehr fantasievoll angelegt: 14 x 1.5 Km hin und 14 x 1.5 Km zurück, schnurgerade mit 2 180° Bögen, einmal mit und einmal gegen den Wind!

Was soll’s, es galt nun, sich optimal auf diese Situation einzustellen und das Beste daraus zu machen. Immerhin gab sich das Kroatische OK alle erdenkliche Mühe, eine ordentliche Meisterschaft durchzuführen, nachdem Viareggio scheinbar erst Mitte September die Durchführung zurückgegeben hatte.

Leider hat die schlechte Beteiligung die Anstrengungen des OK’s nicht honoriert, selbst die Kroaten oder andere „Balkanis“ glänzten durch Abwesenheit. Aber eben, die „Bösen“ sind trotzdem immer da………!

Die Wetterfrösche lagen zum Glück wieder mal daneben, der Sonntag begann mit einem Lächeln der Sonne und zum Start am Mittag war der Himmel wolkenlos.

Aus meiner Sicht ist der Rennverlauf schnell erzählt: Presti hat uns wieder total überrascht und startete wie eine Furie, mir blieb nichts anderes übrig als auf Teufel komm raus mitzulaufen und darauf zu hoffen, dass es bald langsamer würde. Tat es aber nicht! Bereits vor der ersten Wende musste ich ihn ziehen lassen und auch Roger konnte seinen Rücken nicht halten, so dass wir wohl oder übel zusammen versuchen mussten, Presti nicht zu weit entkommen zu lassen. In der 7. Runde zog ich eine Schwäche ein, konnte mit Roger nicht mehr mithalten und lief in der Folge allein meine Runden, immer darauf bedacht, Bronce nach hinten abzusichern und Silber nicht aus den Augen zu verlieren!

Zu Beginn der letzten Runde realisierte ich, dass sich der Abstand zu Roger halbiert hatte und ich bekam Flügel. Mit dem psychologischen Vorteil des Einholenden gelang es mir, das  unmöglich scheinende möglich zu machen, zu Roger aufzuschliessen und den Sprint um Silber für mich zu entscheiden.

Die gestoppten Rundenzeiten bestätigten mein Gefühl im Rennen: Die Runden 7 – 11 waren die langsamsten und die Runden 13 und 14 die absolut schnellsten. Mit 5’55 für die schnellste und 6’40 für die langsamste Runde regelmässig wie eine Schweizeruhr.

Wie in Padua gewann die Schweizer Delegation 5 Medallien, Käthy Eisenhut sogar Gold und zeigte dank dem super Schweizer Nati Dress einen vielbeachteten Auftritt. Einige wollten sogar den Dress mit uns tauschen!

Die Rangverkündigung wurde in einer Gartenbeiz in Grobnik zusammen mit einem spendierten Lunch abgehalten und führte zu einem würdigen und gemütlichen Abschluss.

Den Abend verbrachten wir in einer Pizzeria mit feiern der beiden Thunliners Medallien von Sandra und mir sowie mit geduldigem Warten auf die super grossen und super guten Pizzas.

Die lange Wartezeit verkürzte uns Ulf Haase aus Stockholm (den wir im Hotel trafen und weil allein, mit uns schleppten) mit seinen interessanten und schmeichelhaften Ansichten über die Schweiz und Thun, wo er in diesem Sommer in den Ferien weilte.

Unseren Unmut über die rund um uns herum essenden und nach uns gekommenen  einheimischen Gäste verewigten wir mit einem entsprechenden Eintrag im Beschwerdebuch der Pizzeria!

Die Absicht, am Montag noch etwas Land und Leute rund um Opatija kennenzulernen, wurde leider von einem heftigen Gewittersturm schon früh unterbrochen, so dass für Sandra etwas mehr Zeit blieb zum lädelen (und meinen Schirm dem Sturm zu opfern!) und für mich nach dem Motto „nach dem Rennen ist vor dem Rennen“ einen Abstecher in die Fitnesszone des Hotels.

Die Rückreise Richtung Heimat verlief dann mit Hilfe eines abgestürzten und eines funktionierenden Navis problemlos.

Dank Urs, der als Manager, Driver, Coach und als Wettkämpfer viel für die erfolgreiche Mission beigetragen hatte, konnte ich bequem im Fond des Sportler Volvos meinen mentalen  Vorbereitungen nachhängen. Auf der Rückreise hatte ich bereits Visionen für 2010……..!

Jetzt geht es aber vorerst darum, Körper und Geist regenerieren zu lassen und sodann die Gedanken auf den Winter auszurichten, die Masters WM  in Falun ist gebucht!

Paul G. aus G.

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